Politische und wirtschaftliche Situation

Politik
Leben auf nationaler Ebene ist von starker Instabilität geprägt. Im Nationalkongress bilden sich selten stabile Koalitionen, Gesetze werden vielfach nach ausgiebigen Verhandlungen zwischen einzelnen Regierungs- und Oppositionsparteien verabschiedet. Die Parteien und Parlamente genießen in Ecuador aufgrund der häufig notwendigen Zugeständnisse und ständigen Verhandlungen zwischen den Parteien und einzelnen Abgeordneten ein relativ geringes Ansehen, da es häufig zu "Paketlösungen" unter Verdacht individueller Bereicherung und zu öffentlichen Diffamierungen kommt.

Wirtschaft
In Ecuador sind 5,13 Millionen Menschen erwerbstätig. Davon arbeiten 7,7 Prozent in der Landwirtschaft, 24,3 Prozent in der Industrie und 67,5 Prozent in der Dienstleistungsbranche (2001). Die beiden größten Gewerkschaften sind die Confederación Ecuatoriana de Organizaciones Clasistas und die Confederación de Trabajadores del Ecuador.
1965 wurde ein Gesetz zur Modernisierung der bis dahin agrarisch geprägten Wirtschaft verabschiedet, das die Ansiedlung von Industriebetrieben förderte. Nach der Fertigstellung der transandinischen Pipeline, die die Ölfelder im Oriente mit der Hafenstadt Esmeraldas verbindet, setzten in den siebziger Jahren die Förderung und der Export des Erdöls ein. Ecuador war bis 1992 Mitglied der OPEC. Die Wirtschaft des Landes ist stark auf die Förderung und Produktion von Erdöl ausgerichtet. Mit dem Absinken der Rohölpreise auf dem Weltmarkt Mitte 1998 geriet Ecuador zunehmend in eine Finanz- und Wirtschaftskrise.