Andrea in Cuenca (Perpetuo Socorro)

GUARDERIA von Juli – Septemberi 2009

Meinen Sommer 2011 verbrachte ich in Ecuador. Am Anfang war alles neu für mich – ein anderes Land, eine andere Kultur und eine andere Sprache (obwohl ich schon ein paar Jahre Spanisch gelernt hatte). Gleich die erste Hürde war der riesige Busbahnhof in Guayaquil, aber ich fand schließlich den richtigen Bus. Nach ca. fünf Stunden Fahrt kam ich in Cuenca an. Dort wurde ich von Hermana Dora und einer zweiten Klosterschwester abgeholt. Insgesamt leben in dem Kloster wo ich untergebracht war ca. zehn Schwestern. Sie waren alle sehr freundlich und haben mich herzlich aufgenommen.
Am Tag nach meiner Ankunft habe ich in der Guardería zu arbeiten begonnen. Ich war überrascht wie offen und freundlich ich von den Kindern und von den Mitarbeiterinnen empfangen wurde.

Ich wurde gleich einer Gruppe zugeteilt. In dieser waren ca. 25 Kinder, die ca. 4 bis 5 Jahre alt waren, und zwei Betreuerinnen.
Insgesamt gibt es in der Guardería 7 Gruppen, die Kinder sind zwischen einem halben und ca. 5 Jahre alt. Im Laufe der Zeit wurde ich dann einfach dort eingeteilt wo ich gebraucht wurde, so bin ich in fast allen Gruppen gewesen, außer bei den ganz Kleinen. Bei den jüngeren Kindern gehört natürlich auch Gewand und Windeln wechseln dazu. Auch das habe ich schnell gelernt, obwohl ich vorher wenig mit Kindern zu tun gehabt hatte.

Mir hat die Arbeit mit den Kindern sehr viel Spaß gemacht, auch wenn manche Kinder recht schlimm waren. Das Problem war wahrscheinlich, dass es keine oder nur wenige geplante Aktivitäten gab und die Kinder keine Grenzen kannten. Die Kinder waren sehr offen schlossen mich schnell ins Herz. Sie haben mich immer gleich mit „hola, profe!“ begrüßt, manche sind auch hergelaufen und haben mich umarmt.


Mein Tagesablauf war jeden Tag gleich:
  • 07:30 Frühstück
  • 08:00 ab in die Guardería – zwischen 8:30 und 9:00 Uhr kommen die Kinder
  • 09:00 Frühstück für die Kinder, danach etwas mit ihnen unternehmen, z.B. basteln
  • 11:00 Mittagessen für die Kinder, danach Mittagsschlaf
  • 13:00 Mittagessen im Kloster, Mittagspause bis 14:30
  • 14:30 wieder zurück in die Guardería, die Kinder werden aufgeweckt, danach gibt es einen kleinen Snack,
    sie werden frisiert und evtl. umgezogen, dann dürfen sie draußen spielen bis ihre Eltern kommen
  • 17:00 warten bis die letzten Kinder gegangen sind, danach Freizeit
  • 19:00 Abendessen
Es hat dort auch eine Art Frauenhaus gegeben, dort haben ein paar Frauen mit ihren Kindern gewohnt. Die Mütter haben in der Guardería oder im Kloster gearbeitet.

In den zwei Monaten habe ich viel gelernt – menschlich und auch kulturell. Ich hatte auch die Möglichkeit das Land näher kennenzulernen und zu reisen, da waren die Schwestern sehr offen und haben mir Freiheit gelassen. Ich bin dann auf die Galapagos-Inseln gefahren und dort konnte ich auch bei den Schwestern schlafen, sie waren sehr gastfreundlich und hilfsbereit.

Generell bin ich mit den Schwestern sehr gut ausgekommen, die meisten hatten eine sehr offene Einstellung. Auch was die Kirche und Messen betrifft, ich musste nicht in die Messen gehen, das Einzige was zum Alltag gehörte war das Tischgebet. Aber eine Schwester hat es nicht so gerne gesehen, dass ich nicht in die Messe gegangen bin. Grundsätzlich hat aber alles super funktioniert.

Ich hatte auch die Möglichkeit mich zurückzuziehen, weil ich ein eigenes Zimmer hatte, das mit dem Nötigsten ausgerüstet war: Bett, Kasten, Sessel und Nachttisch. Das Bad und WC musste ich mir mit drei anderen teilen. Es gab auch eine Wachmaschine und einen Computer. Das Essen war ganz okay, meistens gab es eine Suppe und ein Gericht mit Reis. Nach einiger Zeit wurde das aber ein wenig eintönig und ich war froh, dass es in der Nähe einen Supermarkt (Supermaxi) gab. Am Wochenende bin ich gerne ins ca. 20 Minuten entfernte Stadtzentrum von Cuenca gefahren.

Meine Empfehlungen für alle, die nach Ecuador reisen: Warme Kleidung mitnehmen! Es kann ziemlich kalt werden, wenn es regnet. Das Problem dabei ist, dass es drinnen fast genauso kalt ist wie draußen. Dafür ist es aber auch schnell wieder warm, wenn die Sonne scheint und die ist auch sehr stark. Außerdem würde ich mehr kleine Geldscheine mitnehmen, weil es teilweise schwierig ist mit 50- oder 100-Dollar-Scheinen zu bezahlen.

In diesem Sommer habe ich viel gesehen und erlebt. Es war eine super Erfahrung für mich und ich würde es jederzeit wieder machen.