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Guarderia in Quito

Die Tagesbetreuungsstätte im Norden Quitos, geleitet von Gloria Simbaña, einer ehemaligen Klosterschwester, wurde im Dezember 2007 eröffnet. Gemeinsam mit einer unserer VolontärInnen und mit Spendengeldern von CRECER wurde die Guarderia aufgebaut.. Zu unserem großen Bedauern kam es im Verlauf der Betreuung des Projektes zu gröberen Unstimmigkeiten, weshalb die Unterstützung des Projektes leider eingestellt werden musste. Genaueres finden Sie in folgendem Bericht:


Erfahrung: Entwicklungshilfe kommt nicht immer an

Im August 2007 besuchten wir Gloria Simbana. Sie war gerade dabei ihre neue Guarderia aufzubauen. Voller Begeisterung gestaltete sie die Räume richtete sie kindgerecht ein. Im September sollten die ersten Kinder kommen. Gloria fragte uns, ob wir mit unserem Verein ihr Projekt unterstützen wollen. Bereits im Dezember 2007 wagte Kathrin das Abenteuer und reiste zu Gloria nach Quito.

Unterschiedliche Welten und unterschiedliche Vorstellungen

Wie so oft, war auch hier das Zusammenleben nicht sehr einfach. Der strenge Katholische Glaube der ecuadorianischen Familie stieß mit dem modernen Freiheitsdenken Österreichs zusammen. Es stellte sich heraus, dass auch in Sachen Kindererziehung unterschiedliche Meinungen herrschten. Und nicht zuletzt die Frage nach dem Geld. Wie können wir sinnvoll unsere Spendengelder einsetzen?

Die Suche nach der Lösung

Durch viele Gespräche und Erklärungen gelang es in Sachen gelebter Glaube einen Konsens, zumindest eine Akzeptanz zu erlangen. Dadurch wurde ein Zusammenleben und –arbeiten wieder einfacher. Leider gelang uns das nicht was Kindererziehung und Geld angeht. Spielsachen und Lernmaterialien wurden von unseren Spendengeldern angekauft - leider aber nicht sehr wertgeschätzt.
Die Guarderia hätte das Geld lieber für Verpflegung und Miete ausgegeben. Während den Monaten, in denen wir nach Lösungen und gemeinsamen Meinungen und Gedanken suchten, verstrickten wir uns immer mehr in Missverständnissen. Durch die zusätzlichen sprachliche Kommunikationshürden fühlten sich bald beide Parteien unverstanden.

Wenn es keine Lösung gibt…

Es ist uns leider nicht gelungen die Missverständnisse zu klären. Daher sahen wir es als das beste an die Zusammenarbeit aufzulösen. Die Guarderia erhielt noch Geld von uns, damit sie ihre Vorhaben, die wir bis dahin besprochen haben, fertig stellen konnten. Einigen Kindern aus sehr armen Familien garantierten wir noch für ein halbes Jahr das Schulgeld für die Guarderia. Zu unserem großen Bedauern mussten wir uns leider von Gloria und der Guarderia verabschieden.

Rosemarie Scholler

Jänner, 2010


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